1 Beschäftigung sichern

Seit Mitte der 70er Jahre ist in Deutschland die Nachfrage nach Arbeitskräften niedriger als es zum Erreichen von Vollbeschäftigung bzw. eines hohen Beschäftigungsniveaus erforderlich wäre. Die Erwerbslosigkeit verursacht hohe gesellschaftliche Kosten. Als noch gravierender anzusehen sind die physischen, psychischen und gesellschaftlichen Folgen, nicht nur bei von Erwerbslosigkeit betroffenen Personen, sondern auch bei denen, die sich gegenwärtig oder zukünftig von Erwerbslosigkeit bedroht sehen.

Die Bekämpfung der Erwerbslosigkeit ist daher eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Wissenschaftliche Analysen und Gestaltungskonzepte, mit denen Beiträge zur Erhaltung, Schaffung und (angemessenen) Verteilung von humaner, wirtschaftlich und umweltverträglich gestalteter Arbeit geleistet werden, sind dringend erforderlich. Beschäftigungschancen durch innovative Produkte und Prozesse, die bewusst auf Ergonomie und Ökologie als Wettbewerbsfaktor setzen, sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Viele Arbeitsplätze gehen verloren, weil Unternehmen den organisationalen Wandel nicht beherrschen. Es besteht daher erheblicher Bedarf, die zur Zeit zu beobachtenden Veränderungen in den betrieblichen Organisationen, insbesondere die Reorganisations- und Rationalisierungsprozesse, im Hinblick auf ihre arbeitspolitischen Risiken, aber auch Chancen zu untersuchen. Hierzu zählen beschäftigungsorientierte Produktionskonzepte sowie zukunftsweisende Modelle der Arbeitsverteilung.

Wenn alle anderen Strategien erfolglos waren, können alternative Arbeitszeitsysteme einen Beitrag zur Arbeitsverteilung leisten. Deren Bedeutung ist um so höher zu bewerten, als der hohen Arbeitslosenquote eine wachsende Anzahl von Überstunden gegenübersteht. Die daraus resultierende Leistungsverdichtung für die Beschäftigten kann letztlich dazu führen, dass durch den vorzeitigen Verschleiß der betrieblichen Humanressourcen langfristig massive gesamtgesellschaftliche, aber auch unternehmerische Verluste entstehen.


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