Arbeitswissenschaftliche Leitlinien
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Gesellschaft für Arbeitswissenschaft e.V. arbeiten künftig in der Qualitätssicherung ihres Forschungstransfers zusammen. Die BAuA bereitet ihre Forschungsarbeit regelmäßig in der Publikationsreihe "Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse" (AWE) für die Praxis auf. Von der GfA begutachtete Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse werden künftig auch als "Arbeitswissenschaftliche Leitlinie" veröffentlicht. Die Leitlinien sind praxisorientierte, arbeitswissenschaftlich begründete Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Arbeit.
1. Arbeitswissenschaftliche Leitlinie
Handlungshilfe zur Erstellung von Arbeitsunterlagen für
die Prozessführung
von Bettina Lafrenz, Dr. Peter Nickel und Prof. Dr. Friedhelm Nachreiner
Handlungsfehler gehören zu den häufigen Ursachen für Unfälle und Betriebsstörungen. Durch Arbeitsunterlagen wie Betriebshandbücher und Arbeitsanweisungen lassen sich Fehler vermeiden. An der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine spielen Betriebshandbücher und Arbeitsanweisungen eine entscheidende Rolle für die Sicherheit, Effizienz und Effektivität der ablaufenden Prozesse. Sie können Operateure bei ihren Arbeitsaufgaben unterstützen, helfen Handlungsfehler und Fehlbelastungen zu vermeiden und das sicherheitsgerechte Verhalten fördern. Zudem bietet sich die Erarbeitung von Anweisungen mit den Operateuren als Qualifizierungsmaßnahme an, insbesondere wenn neue Verfahrens- und Arbeitsabläufe eingeführt werden. Arbeitsunterlagen können und sollen jedoch weder Defizite in der ergonomischen Gestaltung des Arbeitssystems kompensieren noch die Basisqualifikation der Operateure ersetzen.
Um die Operateure optimal zu unterstützen, müssen Arbeitsunterlagen ergonomisch gestaltet sein. Die "Handlungshilfe zur Erstellung von Arbeitsunterlagen für die Prozessführung", liefert eine Anleitung zur systematischen Erstellung, Bereitstellung und Aktualisierung dieser Arbeitsunterlagen. Sie stützt sich insbesondere auf die Erkenntnisse aus dem BAuA-Forschungsbericht 1053 "Anforderungen an Arbeitsunterlagen für die Prozessführung". Der Bericht ermittelte Dialog- und Darstellungsprinzipien zur Ergonomie der Mensch-System-Interaktion. Die grundlegenden Gestaltungsprinzipien sind dabei Kompatibilität, Konsistenz und Transparenz, denen zehn Anforderungsgruppen wie beispielsweise Aufgabenangemessenheit und Erwartungskonformität zugeordnet werden. Um alle diese Anforderungen erfüllen zu können, schlägt der Leitfaden eine Vorgehensweise in Einzelschritten vor. Diese beginnt mit der Zielsetzung für den Einsatz der Arbeitsunterlage endet mit ihrer Bekanntgabe und Verfügbarkeit. Beispiele erläutern die Empfehlungen, mit denen sich die Gestaltungsprinzipien erfüllen lassen.
Zum Download der Arbeitswissenschaftlichen Leitlinie