Best Paper Awards der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft
Die Gesellschaft für Arbeitswissenschaft hat 2004 erstmalig den
Best Paper Award - Praxis und den Best Paper Award -Wissenschaft verliehen.
Mit den Preisen sollen hervorragende Leistungen für das Fach Arbeitswissenschaft
ausgezeichnet und das jeweilige Engagement für die Arbeitswissenschaft
und deren Weiterentwicklung gewürdigt werden. Ausgezeichnet wird
von den in der Zeitschrift für Arbeitswissenschaft eines Jahrgangs
veröffentlichten Beiträgen jeweils der beste Artikel aus dem
Bereich "Wissenschaft" und "Praxis", wobei ein Nachwuchswissenschaftler
an den jeweiligen Publikationen beteiligt sein sollte.
Die Preisträger 2010
Herr
Professor Mark Vollrath, dem der Best-Paper-Award Wissenschaft für
seinen zusammen mit Jannete Maciej (Abteilung Kognitions- und Ingenieurpsychologie
des psychologischen Instituts der TU Braunschweig), Professor Jürgen
Howe (Abteilung Gerontopsychologie des psychologischen Instituts der TU
Braunschweig) und Susanne Briest (Institut für Verkehrssystemtechnik
des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Brauschweig) publizierten
Artikel „Fahren Ältere situationsbewusster als Jüngere?“
(Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 63, 23-31) verliehen wurde,
leitet seit dem 1.10.2007 die Abteilung „Kognitions- und Ingenieurpsychologie“
des Instituts für Psychologie an der TU Braunschweig. Seine Forschungsschwerpunkte
umfassen Alkohol und Drogen im Verkehr, Fahrermodellierung und die Entwicklung
und Bewertung von Fahrerassistenzsystemen und Informationssystemen. Er
führte Feld- und Laborstudien zu den Auswirkungen von Alkohol und
Drogen auf die Leistungsfähigkeit im Straßenverkehr sowie empirische
Untersuchungen zum Bedarf für Assistenzsysteme (Unfallanalysen, Belastung-Beanspruchung,
Fahrfehler) und zur Wirkung und Bewertung von Assistenzfunktionen in der
Fahrsimulation und bei Realfahrten (z.B. SANTOS, INVENT, ISI-PADAS) durch.
Er hat neben zahlreichen Vorträgen etwa 90 Publikationen in Büchern
und Zeitschriften zu diesen Themen verfasst.
Die Preisträger 2009
Der
Best-Paper-Award Wissenschaft wurde Frau Sylvie Vincent für ihren
Artikel "Eine Validierungsstudie des EFQM-Modells für Exellence
aus arbeitspsychologischer Perspektive" verliehen (Zeitschrift für
Arbeitswissenschaft, 62, 111-126). Frau Sylvie Vincent studierte Psychologie
an der Universität Hamburg und der Faculté St. Jean D'Angély, Nizza-Frankreich
mit den Schwerpunkten Arbeits- und Organisationspsychologie, Beratung
und Training sowie Soziale Systeme und begleitend im Nebenfach Betriebswirtschaftslehre.
Seit 2007 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich
für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Hamburg
bei Frau Prof. Bamberg tätig. Inhaltlich hat sich Frau Vincent u.a.
mit gesundheits- und
entwicklungsförderlicher Mitarbeiterführung (Thema der Dissertation),
der Aufstiegskompetenz von Frauen in technisch-naturwissenschaftlichen
Bereichen (BMBF-Projekt) sowie der Integration arbeitspsychologischer
Konzepte in ganzheitliche Managementsysteme auseinandergesetzt.
Den
Best-Paper-Award Praxis erhält Herr Peter Bröde für seinen
im Rahmen eines internationalen Forschungsvorhabens entstandenen Beitrag
"Heat transfer through protective clothing under symmetric and asymmetric
long wave thermal radiation" (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft,
62, 267-276). Herr Peter Bröde studierte an der Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf Mathematik. Seit 1991 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter
am IfADo, dem Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund,
zunächst in der Abteilung "Umweltphysiologie" (Ltg.: Univ.-Prof.
Dr. Barbara Griefahn) und aktuell in der Projektgruppe "Physikalische
Einwirkungen" tätig. Er beschäftigt sich hauptsächlich
mit Problemen des Wärme- und Feuchte-Transports und ihren Auswirkungen
auf den Komfort bei der Benutzung von Kfz-Sitzen und auf die thermophysiologische
Beanspruchung beim Tragen von Schutzkleidung. Darüber hinaus beteiligt
er sich als Mitarbeiter im Gemeinschaftsarbeitsausschuss NA 023-00-05
AA (Ergonomie der physikalischen Umgebung) beim DIN an der praktischen
Umsetzung der Ergebnisse.
Die Preisträger 2008
Der
Best-Paper-Award Wissenschaft wurde Herrn Professor Axel Muttray für
den zusammen mit Lorenz Hagenmeyer, Bastian Unold, Jean-Baptist du Prel
und Britta Geißler verfassten Artikel "Videoanalyse der Schläfrigkeit
von Fahrern" zuerkannt (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft,
61, 245-254). Herr Prof. Dr. med. Axel Muttray ist Facharzt für Arbeitsmedizin
und Innere Medizin und besitzt die Zusatzbezeichnungen Sozialmedizin und
Umweltmedizin. 1999 habilitierte er für das Fach Arbeits- und Umweltmedizin.
Das Thema der Habilitationsschrift lautete: "Akute, subklinische,
zentralnervöse Wirkungen organischer Lösungsmittel und eines
Phosphorsäureesters auf den Menschen mit dem quantitativen EEG als
Beanspruchungsparameter". 2002 wurde Herr Muttray mit dem Franz-Koelsch-Preis
ausgezeichnet. 2006 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen
Professor. Herr Muttray ist Oberarzt des Instituts für Arbeits-,
Sozial- und Umweltmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind die Gebiete Arbeitstoxikologie
und Unfallprävention/Vigilanz.
Die Preisträger 2007
Der
Best-Paper-Award Wissenschaft wurde Frau Dr. Constance Winkelmann für
den in Koautorenschaft mit Herrn Professor Winfried Hacker veröffentlichten
Artikel "Innovationsverbesserung: Nützen Fragetechniken zur Ergebnisbewertung
auch berufserfahrenen Produktentwicklern ?" verliehen (Zeitschrift für
Arbeitswissenschaft 2006, Heft 1, Seite 27 - 36). Frau Dr. Winkelmann
studierte an der Technischen Universität Dresden Psychologie mit
den Schwerpunkten Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Klinische
und Pädagogische Psychologie. Die Promotion erfolgte 2005 an der
TU Dresden mit einer Arbeit zum Thema "Die Fragetechnik für den Konstrukteur
- Fragenbasierte Unterstützung der frühen Phasen konstruktiver
Entwurfsprozesse". Frau Dr. Winkelmann ist zur Zeit wissenschaftliche
Mitarbeiterin an der TU Dresden und arbeitet daneben freiberuflich für
die Research International und Marfos Marktforschung - Hamburg und die
Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer in Dresden.
Die Preisträger 2006
Den
Best-Paper-Award Wissenschaft erhielt Herr Matthias Paul für den
von ihm zusammen mit Dr. Peter Nickel und Professor Friedhelm Nachreiner
verfassten Artikel "Belastung und Arbeitsunfähigkeit - eine explorative
Längsschnittuntersuchung am Beispiel des Pflegepersonals eines Allgemeinkrankenhauses"
(Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 2005, Heft 2, Seite 152 -161).
Geboren 1958, erprobte sich Herr Paul nach seinem Abitur lange Jahre in
vielen verschiedenen Tätigkeitsfeldern, u.a. in der Automobilproduktion
und der psychiatrischen Krankenpflege, so dass er erst spät, aber
folgerichtig zur Arbeits- und Organisationspsychologie fand. Herr Paul
studierte Psychologie an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.
Nach seinem Abschluss im Frühjahr 2004 beschäftigte sich Herr
Paul mit der Optimierung der Personalbedarfsbemessung und Personaleinsatzplanung
in Kliniken unter ergonomischen wie ökonomischen Aspekten und promoviert
zur Zeit zu diesen Themenbereichen am Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie
der Universität Oldenburg.
Herrn
Roland Kadefors, Ph.D. wurde der Best-Paper-Award Praxis für seinen
Artikel "Static workload in the extreme - A review of musculosceletal
disorders in manual welders, and an evaluation model for welding work”
(Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 2005, Heft 3-4, Seite 361-366)
verliehen. Roland Kadefors gehört zur Zeit als Senior Researcher
dem National Institute for Working Life, Goteborg (Schweden) und als Adjunct
Professor of Applied Ergonomics der Chalmers University of Technology,
Goteborg an. Weiterhin ist Roland Kadefors wissenschaftlicher Herausgeber
für Europa des International Journal of Industrial Ergonomics. Den
Schwerpunkt seiner Forschungsinteressen bilden Untersuchungen zur Produktionsergonomie
and musculoskeletalen Beschwerden. Die von ihm aktuell bearbeiteten Projekte
beziehen sich inhaltlich auf ergonomische Interventionsmaßnahmen,
Alter und Arbeit sowie die Aufklärung der myalgischen Schulterschmerzen
zugrunde liegenden Mechanismen.
Die Preisträger 2005
Den
Best-Paper-Award Praxis erhielt Frau Dr. Tanja Manser für den von
ihr zusammen mit Amanda Schmalzl, Peter Dieckmann und Marcus Rall verfassten
Artikel "Prototypen-Evaluation eines human factors orientierten Tools
zur Unterstützung des Lernens aus kritischen Ereignissen und Förderung
einer Sicherheitskultur in der Anästhesie" (Zeitschrift für
Arbeitswissenschaft 2004, Heft 3, Seite 223-226). Frau Dr. Manser studierte
an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Psychologie. Die Promotion
erfolgte 2002 an der Universität Zürich. Von 1998 bis 2003 war
Frau Manser als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Arbeitspsychologie
der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich tätig.
Seit 2003 ist Frau Manser gefördert durch den Schweizerischen Nationalfond
(SNF) als Post-Doc and der Stanford University und am Patient Safety Center
of Innovation, VA Palo Alto Health Care System tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt
ist Sicherheit und Arbeitshandeln in komplexen Systemen, wobei sowohl
individuelle (z.B. Handlungsorganisation, persönliche Arbeitsweisen
oder Handlungsstile) als auch kooperative (z.B. Koordination und Teamarbeit)
und organisationale Handlungszusammenhänge (z.B. Foren wissensorientierter
Kooperation, Incident Reporting, Sicherheitskultur) betrachtet werden.
Frau
Dr. Martina Schütze erhielt den Best-Paper-Award Wissenschaft für
Ihren Beitrag "Unterstützungspotential verschiedenartiger Arbeitsmittel
für die frühen Phasen des konstruktiven Entwerfens" (Zeitschrift
für Arbeitswissenschaft 2004, Heft 1, Seite 30-42). Frau Dr. Schütze
studierte Psychologie an der Universität Regensburg und der Technischen
Universität Dresden, wo Sie 2003 mit einer Arbeit an der Schnittstelle
zwischen Kognitionspsychologie und konstruktivem Maschinenbau promovierte.
Daneben erfolgte eine zertifizierte Ausbildung zur Verhaltenstrainerin
in der beruflichen Weiterbildung. Frau Dr. Schütze arbeitete als
Beraterin in verschiedenen Beratungskontexten im Humen resources-Bereich
mit den Schwerpunkten Diagnostik und Personalentwicklung und ist seit
2005 bei Kienbaum Management Consultants im Bereich "Internationale
Projekte" tätig.
Die Preisträger 2004
Den Best Paper Award - Wissenschaft erhielten Herr Dr. Sievers und Herr
Professor Kurtz - beide von der TH Ilmenau, Fakultät Maschinenbau
- für Ihren Beitrag "Analyse kritischer Leuchtdichteverhältnisse
an Anzeigen und Instrumenten" (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft
2003, Heft 1, Seite 2-6).
Herr
Sievers studierte zunächst an der TH Ilmenau theoretische Elektrotechnik.
Seit Abschluss des Studiums ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter
im Fachgebiet Arbeitswissenschaft der TH Ilmenau tätig. Nach seiner
Promotion beschäftigte sich Herr Sievers mit der Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen,
der Bewertung von Belastungen der Wirbelsäule beim Heben und Tragen
von Lasten und der Evaluation von Leuchtdichtesituationen in Industrie,
Büro und Verkehr, wobei das Kamerasystem zur Leuchtdichtemessung
im Feld (Kalif) entstand.
Den
Best-Paper Award - Praxis erhält Herr Professor Knauth zusammen mit
Frau Dr. Hornberger und Frau Scheuermann für den in der Zeitschrift
für Arbeitswissenschaft 2003 publizierten Beitrag "Wahlarbeitszeit
für Schichtarbeiter" (in: Kurt Landau (Hrsg.), Good Practice
- Ergonomie und Arbeitsgestaltung. Stuttgart: ergonomia Verlag, Seite
387-395). Herr Knauth studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen
Hochschule Darmstadt. 1970 erfolgte die Promotion zum Dr. Ing. an dieser
Hochschule und 1983 die Habilitation an der Universität (GHS) Wuppertal.
Nach dem Studium arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut
für Arbeitsmedizin der Universität Gießen und am Institut
für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund. Seit 1985
ist er Professor für Arbeitswissenschaft und Leiter der Abteilung
Arbeitswissenschaft des Instituts für Industriebetriebslehre und
Industrielle Produktion (IIP) der Universität Karlsruhe (TH). Seine
Forschungsschwerpunkte sind Human Resource Management (z.B. ältere
Mitarbeiter, Diversity Management, Employability), neue Formen der Arbeitsorganisation
(z.B. virtuelle Strukturen), Telearbeit und Arbeitszeit.
Die Verleihung der Best-Paper Awards fand an der ETH-Zürich im Rahmen
der jährlichen Mitgliederversammlung am 25.03.2004 statt. Es gratulieren
den Preisträgern Frau Dr. Hornberger (2. von rechts) und Herrn Professor
Knauth (rechts) zum Best-Paper-Award Praxis der Vorsitzende der Jury -
Herr Professor Landau (links) und der Präsident der GfA , Herr Professor
Frieling (2. von links).