Best Paper Awards der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft

Die Gesellschaft für Arbeitswissenschaft hat 2004 erstmalig den Best Paper Award - Praxis und den Best Paper Award -Wissenschaft verliehen. Mit den Preisen sollen hervorragende Leistungen für das Fach Arbeitswissenschaft ausgezeichnet und das jeweilige Engagement für die Arbeitswissenschaft und deren Weiterentwicklung gewürdigt werden. Ausgezeichnet wird von den in der Zeitschrift für Arbeitswissenschaft eines Jahrgangs veröffentlichten Beiträgen jeweils der beste Artikel aus dem Bereich "Wissenschaft" und "Praxis", wobei ein Nachwuchswissenschaftler an den jeweiligen Publikationen beteiligt sein sollte.

Die Preisträger 2011

Frau Sarah Schiekirka, der der Best-Paper-Award Wissenschaft für den von ihr zusammen mit Herrn José-Alonso Enríques-Diaz und Herrn Professor Ekkehart Frieling verfassten Artikel "Veränderungen der Einstellung zur Arbeitstätigkeit in Abhängigkeit vom Alter - erste Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung durchgeführt in zwei Automobilunternehmen" (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 64, 173-185) zuerkannt wurde, absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau bevor sie dann an der Philipps-Universität in Marburg an der Lahn Psychologie studierte. Nach Abschluss des Studiums und einem Praktikum im Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie bei der Volkswagen Coaching GmbH in Wolfsburg trat sie dann eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement der Universität Kassel im Fachgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie an. Aktuell ist Frau Schiekirka am Universitätsklinikum Göttingen im Bereich der Lehrevaluationsforschung tätig. Herr Enríquez-Díaz absolvierte das Studium des Maschinenbaus mit Schwerpunkt Fertigungstechnik und Ergonomie. Zurzeit ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement der Universität Kassel angestellt und promoviert im Rahmen des Projektes "Altersdifferenzierte Arbeitssystemgestaltung am Beispiel der Automobilindustrie".

Herr Hamed Salmanzadeh erhält zusammen mit seinen Co-Autoren Marianela Diaz-Meyer, Verena Bopp u.a. den Best-Paper-Award Praxis für seinen Zeitschriftenbeitrag „Untersuchung des Einflusses von Scharfkantigkeit und Fügekraft auf Fügezeit und muskuläre Beanspruchung während der Clipsarbeit“ (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 64, 111-121). Mit diesem Thema beschäftigte sich Herr Salmanzadeh im Rahmen eines DFG-Projektes zur bewegungsanalytischen und biomechanischen Modellierung der Handhabung delikater Objekte. Herr Salmanzadeh hat seinen Abschluss als "Bachelor of Science in Mechanical Engineering" von der Orumia University (Iran) erhalten. Nach zweijähriger Berufserfahrung im Bereich der Automobilindustrie im Iran studierte er an der TU Darmstadt Maschinenbau, wo er den Titel "Master of Science in Mechanical and Process Engineering" erwarb. Danach trat er eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt im Forschungsschwerpunkt Produktionsergonomie an.

Die Preisträger 2010

Herr Professor Mark Vollrath, dem der Best-Paper-Award Wissenschaft für seinen zusammen mit Jannete Maciej (Abteilung Kognitions- und Ingenieurpsychologie des psychologischen Instituts der TU Braunschweig), Professor Jürgen Howe (Abteilung Gerontopsychologie des psychologischen Instituts der TU Braunschweig) und Susanne Briest (Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Brauschweig) publizierten Artikel "Fahren Ältere situationsbewusster als Jüngere?" (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 63, 23-31) verliehen wurde, leitet seit dem 1.10.2007 die Abteilung "Kognitions- und Ingenieurpsychologie" des Instituts für Psychologie an der TU Braunschweig. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Alkohol und Drogen im Verkehr, Fahrermodellierung und die Entwicklung und Bewertung von Fahrerassistenzsystemen und Informationssystemen. Er führte Feld- und Laborstudien zu den Auswirkungen von Alkohol und Drogen auf die Leistungsfähigkeit im Straßenverkehr sowie empirische Untersuchungen zum Bedarf für Assistenzsysteme (Unfallanalysen, Belastung-Beanspruchung, Fahrfehler) und zur Wirkung und Bewertung von Assistenzfunktionen in der Fahrsimulation und bei Realfahrten (z.B. SANTOS, INVENT, ISI-PADAS) durch. Er hat neben zahlreichen Vorträgen etwa 90 Publikationen in Büchern und Zeitschriften zu diesen Themen verfasst.

Die Preisträger 2009

Sylvie VincentDer Best-Paper-Award Wissenschaft wurde Frau Sylvie Vincent für ihren Artikel "Eine Validierungsstudie des EFQM-Modells für Exellence aus arbeitspsychologischer Perspektive" verliehen (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 62, 111-126). Frau Sylvie Vincent studierte Psychologie an der Universität Hamburg und der Faculté St. Jean D'Angély, Nizza-Frankreich mit den Schwerpunkten Arbeits- und Organisationspsychologie, Beratung und Training sowie Soziale Systeme und begleitend im Nebenfach Betriebswirtschaftslehre. Seit 2007 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Hamburg bei Frau Prof. Bamberg tätig. Inhaltlich hat sich Frau Vincent u.a. mit gesundheits- und
entwicklungsförderlicher Mitarbeiterführung (Thema der Dissertation),
der Aufstiegskompetenz von Frauen in technisch-naturwissenschaftlichen
Bereichen (BMBF-Projekt) sowie der Integration arbeitspsychologischer
Konzepte in ganzheitliche Managementsysteme auseinandergesetzt.

Peter BrödeDen Best-Paper-Award Praxis erhält Herr Peter Bröde für seinen im Rahmen eines internationalen Forschungsvorhabens entstandenen Beitrag "Heat transfer through protective clothing under symmetric and asymmetric long wave thermal radiation" (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 62, 267-276). Herr Peter Bröde studierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Mathematik. Seit 1991 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am IfADo, dem Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund, zunächst in der Abteilung "Umweltphysiologie" (Ltg.: Univ.-Prof. Dr. Barbara Griefahn) und aktuell in der Projektgruppe "Physikalische Einwirkungen" tätig. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Problemen des Wärme- und Feuchte-Transports und ihren Auswirkungen auf den Komfort bei der Benutzung von Kfz-Sitzen und auf die thermophysiologische Beanspruchung beim Tragen von Schutzkleidung. Darüber hinaus beteiligt er sich als Mitarbeiter im Gemeinschaftsarbeitsausschuss NA 023-00-05 AA (Ergonomie der physikalischen Umgebung) beim DIN an der praktischen Umsetzung der Ergebnisse.

Die Preisträger 2008

Professor Axel MuttrayDer Best-Paper-Award Wissenschaft wurde Herrn Professor Axel Muttray für den zusammen mit Lorenz Hagenmeyer, Bastian Unold, Jean-Baptist du Prel und Britta Geißler verfassten Artikel "Videoanalyse der Schläfrigkeit von Fahrern" zuerkannt (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 61, 245-254). Herr Prof. Dr. med. Axel Muttray ist Facharzt für Arbeitsmedizin und Innere Medizin und besitzt die Zusatzbezeichnungen Sozialmedizin und Umweltmedizin. 1999 habilitierte er für das Fach Arbeits- und Umweltmedizin. Das Thema der Habilitationsschrift lautete: "Akute, subklinische, zentralnervöse Wirkungen organischer Lösungsmittel und eines Phosphorsäureesters auf den Menschen mit dem quantitativen EEG als Beanspruchungsparameter". 2002 wurde Herr Muttray mit dem Franz-Koelsch-Preis ausgezeichnet. 2006 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor. Herr Muttray ist Oberarzt des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind die Gebiete Arbeitstoxikologie und Unfallprävention/Vigilanz.

Die Preisträger 2007

Dr. Constance WinkelmannDer Best-Paper-Award Wissenschaft wurde Frau Dr. Constance Winkelmann für den in Koautorenschaft mit Herrn Professor Winfried Hacker veröffentlichten Artikel "Innovationsverbesserung: Nützen Fragetechniken zur Ergebnisbewertung auch berufserfahrenen Produktentwicklern ?" verliehen (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 2006, Heft 1, Seite 27 - 36). Frau Dr. Winkelmann studierte an der Technischen Universität Dresden Psychologie mit den Schwerpunkten Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Klinische und Pädagogische Psychologie. Die Promotion erfolgte 2005 an der TU Dresden mit einer Arbeit zum Thema "Die Fragetechnik für den Konstrukteur - Fragenbasierte Unterstützung der frühen Phasen konstruktiver Entwurfsprozesse". Frau Dr. Winkelmann ist zur Zeit wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dresden und arbeitet daneben freiberuflich für die Research International und Marfos Marktforschung - Hamburg und die Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer in Dresden.

Die Preisträger 2006

Matthias PaulDen Best-Paper-Award Wissenschaft erhielt Herr Matthias Paul für den von ihm zusammen mit Dr. Peter Nickel und Professor Friedhelm Nachreiner verfassten Artikel "Belastung und Arbeitsunfähigkeit - eine explorative Längsschnittuntersuchung am Beispiel des Pflegepersonals eines Allgemeinkrankenhauses" (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 2005, Heft 2, Seite 152 -161). Geboren 1958, erprobte sich Herr Paul nach seinem Abitur lange Jahre in vielen verschiedenen Tätigkeitsfeldern, u.a. in der Automobilproduktion und der psychiatrischen Krankenpflege, so dass er erst spät, aber folgerichtig zur Arbeits- und Organisationspsychologie fand. Herr Paul studierte Psychologie an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Nach seinem Abschluss im Frühjahr 2004 beschäftigte sich Herr Paul mit der Optimierung der Personalbedarfsbemessung und Personaleinsatzplanung in Kliniken unter ergonomischen wie ökonomischen Aspekten und promoviert zur Zeit zu diesen Themenbereichen am Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Oldenburg.

Roland KadeforsHerrn Roland Kadefors, Ph.D. wurde der Best-Paper-Award Praxis für seinen Artikel "Static workload in the extreme - A review of musculosceletal disorders in manual welders, and an evaluation model for welding work” (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 2005, Heft 3-4, Seite 361-366) verliehen. Roland Kadefors gehört zur Zeit als Senior Researcher dem National Institute for Working Life, Goteborg (Schweden) und als Adjunct Professor of Applied Ergonomics der Chalmers University of Technology, Goteborg an. Weiterhin ist Roland Kadefors wissenschaftlicher Herausgeber für Europa des International Journal of Industrial Ergonomics. Den Schwerpunkt seiner Forschungsinteressen bilden Untersuchungen zur Produktionsergonomie and musculoskeletalen Beschwerden. Die von ihm aktuell bearbeiteten Projekte beziehen sich inhaltlich auf ergonomische Interventionsmaßnahmen, Alter und Arbeit sowie die Aufklärung der myalgischen Schulterschmerzen zugrunde liegenden Mechanismen.

Die Preisträger 2005

Dr. Tanja ManserDen Best-Paper-Award Praxis erhielt Frau Dr. Tanja Manser für den von ihr zusammen mit Amanda Schmalzl, Peter Dieckmann und Marcus Rall verfassten Artikel "Prototypen-Evaluation eines human factors orientierten Tools zur Unterstützung des Lernens aus kritischen Ereignissen und Förderung einer Sicherheitskultur in der Anästhesie" (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 2004, Heft 3, Seite 223-226). Frau Dr. Manser studierte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Psychologie. Die Promotion erfolgte 2002 an der Universität Zürich. Von 1998 bis 2003 war Frau Manser als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Arbeitspsychologie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich tätig. Seit 2003 ist Frau Manser gefördert durch den Schweizerischen Nationalfond (SNF) als Post-Doc and der Stanford University und am Patient Safety Center of Innovation, VA Palo Alto Health Care System tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt ist Sicherheit und Arbeitshandeln in komplexen Systemen, wobei sowohl individuelle (z.B. Handlungsorganisation, persönliche Arbeitsweisen oder Handlungsstile) als auch kooperative (z.B. Koordination und Teamarbeit) und organisationale Handlungszusammenhänge (z.B. Foren wissensorientierter Kooperation, Incident Reporting, Sicherheitskultur) betrachtet werden.

Dr. Martina SchützeFrau Dr. Martina Schütze erhielt den Best-Paper-Award Wissenschaft für Ihren Beitrag "Unterstützungspotential verschiedenartiger Arbeitsmittel für die frühen Phasen des konstruktiven Entwerfens" (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 2004, Heft 1, Seite 30-42). Frau Dr. Schütze studierte Psychologie an der Universität Regensburg und der Technischen Universität Dresden, wo Sie 2003 mit einer Arbeit an der Schnittstelle zwischen Kognitionspsychologie und konstruktivem Maschinenbau promovierte. Daneben erfolgte eine zertifizierte Ausbildung zur Verhaltenstrainerin in der beruflichen Weiterbildung. Frau Dr. Schütze arbeitete als Beraterin in verschiedenen Beratungskontexten im Humen resources-Bereich mit den Schwerpunkten Diagnostik und Personalentwicklung und ist seit 2005 bei Kienbaum Management Consultants im Bereich "Internationale Projekte" tätig.

Die Preisträger 2004

Den Best Paper Award - Wissenschaft erhielten Herr Dr. Sievers und Herr Professor Kurtz - beide von der TH Ilmenau, Fakultät Maschinenbau - für Ihren Beitrag "Analyse kritischer Leuchtdichteverhältnisse an Anzeigen und Instrumenten" (Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 2003, Heft 1, Seite 2-6). Professor KurtzHerr Sievers studierte zunächst an der TH Ilmenau theoretische Elektrotechnik. Seit Abschluss des Studiums ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Arbeitswissenschaft der TH Ilmenau tätig. Nach seiner Promotion beschäftigte sich Herr Sievers mit der Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen, der Bewertung von Belastungen der Wirbelsäule beim Heben und Tragen von Lasten und der Evaluation von Leuchtdichtesituationen in Industrie, Büro und Verkehr, wobei das Kamerasystem zur Leuchtdichtemessung im Feld (Kalif) entstand.

Professor KnauthDen Best-Paper Award - Praxis erhält Herr Professor Knauth zusammen mit Frau Dr. Hornberger und Frau Scheuermann für den in der Zeitschrift für Arbeitswissenschaft 2003 publizierten Beitrag "Wahlarbeitszeit für Schichtarbeiter" (in: Kurt Landau (Hrsg.), Good Practice - Ergonomie und Arbeitsgestaltung. Stuttgart: ergonomia Verlag, Seite 387-395). Herr Knauth studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Hochschule Darmstadt. 1970 erfolgte die Promotion zum Dr. Ing. an dieser Hochschule und 1983 die Habilitation an der Universität (GHS) Wuppertal. Nach dem Studium arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Arbeitsmedizin der Universität Gießen und am Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund. Seit 1985 ist er Professor für Arbeitswissenschaft und Leiter der Abteilung Arbeitswissenschaft des Instituts für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP) der Universität Karlsruhe (TH). Seine Forschungsschwerpunkte sind Human Resource Management (z.B. ältere Mitarbeiter, Diversity Management, Employability), neue Formen der Arbeitsorganisation (z.B. virtuelle Strukturen), Telearbeit und Arbeitszeit.

Die Verleihung der Best-Paper Awards fand an der ETH-Zürich im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung am 25.03.2004 statt. Es gratulieren den Preisträgern Frau Dr. Hornberger (2. von rechts) und Herrn Professor Knauth (rechts) zum Best-Paper-Award Praxis der Vorsitzende der Jury - Herr Professor Landau (links) und der Präsident der GfA , Herr Professor Frieling (2. von links).

Jury gratuliert Preisträgern